Über uns
Züchterportrait:
Die ZG Karin & Winfried Beger aus Sulingen
Es ist müßig, das Züchterehepaar Karin und Winfried Beger
aus Sulingen vorzustellen. Seit Jahrzehnten sind sie im aktiven Schau- und
Ausstellungswesen auf Landes- und Bundesebene tätig. Beide hatten diverse
Posten innerhalb des AZ-DWV-Bereiches über mehrere Jahre inne, von
denen sie aber mittlerweile zurückgetreten sind. Da Winfried vor wenigen
Jahren in den Ruhestand getreten ist, Karin geht noch einer beruflichen
Beschäftigung nach, war es sein Anliegen, die Zuchtanlage komplett
neu aufzubauen. Wellensittich Welt wollte es sich nicht nehmen lassen, beiden
Züchtern in ihrer neuen Zuchtanlage einen Besuch abzustatten.
Im Jahre 2005 waren beide überein gekommen, die alte Zuchtanlage komplett
zu erneuern, da sie mit den Jahren nicht nur baufällig geworden war,
sondern auch den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Die bis
dahin gehaltenen Großsittiche kamen in eine nahegelegene Anlage, die
Wellensittiche, ca. 200 Stück, wurden über einen Zeitraum von
fünf Monaten bei Rolf Schindelmeiser untergebracht. So war Zeit und
Raum gewonnen, um die neue Zuchtanlage zu errichten.
Diese misst im Grundmaß 9 x 5 m und ist in einer
Schalenbauweise aus Holz konstruiert. Mit einer sehr guten Isolierung von
16 cm in den Wänden und 20 cm in der Decke hat man sich sowohl im Winter
als auch im Sommer ideale Voraussetzungen für die Vogelhaltung geschaffen.
Selbst der Boden ist isoliert und sorgt im Winter für warme Füße.
Der Boden und die Wände gefliest. Drei große Fenster sorgen für
ausreichendes Tageslicht. An der Decke befinden sich zusätzlich vier
Neonlampen, die die gesamte Anlage in ein angenehmes Licht versetzen. Eine
Nachtleuchte sorgt über eine Zeituhr geschaltet für das übliche
Nachtlicht. 
Beheizt wird die Anlage über die hauseigene Zentralheizung. Dank der sehr guten Isolierung halten sich die Heizkosten in Grenzen, da die Heizkörper nur auf kleinster Stufe geöffnet werden müssen. Während meines Besuches bei annähernden Frosttemperaturen waren in der Anlage etwa +15° C.
Inneneinrichtung
Beim Betreten der Anlage macht man den ersten Schritt in einen Küchenraum mit Einbauküche. Hier fehlt es an nichts. Die Zubereitung von Weich- oder Zusatzfutter mit all seinen Vorbereitungen ist hier ein Kinderspiel. Eine Selbstverständlichkeit ist das Waschbecken mit fließend warmem und kaltem Wasser. So mancher wäre froh, eine solche Küche in seinem Wohnbereich zu haben.
Gleich neben der Küche befindet sich durch eine Tür getrennt die große Vorratskammer, in der das WS-Mischfutter, Hafer, Kolbenhirse, Aufzuchtfutter, Kräutermischungen und andere diverse Futtermittel sowie Ersatznäpfe und Trinkröhrchen gelagert sind. Die Begers haben an alles gedacht.
Von der Küche aus geht man durch eine Tür in
das eigentliche Vogelhaus. Der erste Eindruck ist überwältigend.
Ich habe schon viele schöne Zuchtanlagen gesehen, doch diese ist eine
der schönsten. Auf einer Länge von sechs Metern befinden sich
rechts in einer Dreierreihe angeordnet 42 Zuchtboxen von 80 cm Länge,
die an der Längsseite über ein Schrägteil von 45° nach
links bis an die Fensterseite verlaufen. So gibt es in diesem Winkel nie
eine Behinderung bei der Versorgung der Vögel. Jeder Käfig bleibt
in dieser Ecke leicht zugänglich. Ebenso ideal ist die Anordnung der
Käfige in Dreierreihe, da ein ständiges Bücken in tiefer
gelegene Zuchtboxen erst gar nicht anfällt. Alles ist in Augenhöhe
gut erkennbar. Staubecken gibt es in der Anlage nicht, da die Front unter-
und oberhalb der Boxenreihe mit weißen Hartfaserplatten bündig
abgeschlossen ist. 
Es sind Joko-Zuchtboxen, die ihm ein Zuchtfreund eingebaut hat, antwortete Winfried, als ich ihn nach der Herkunft dieser Anlage fragte. Auch die drei geräumigen Innenflüge liegen ideal an der linken Fensterseite. Bewegliche Sitzeinheiten ermöglichen ein problemloses Reinigen der Innenflüge, da diese bei Bedarf so geklappt werden können, dass sie beim Reinigen nicht stören. Obwohl drei Heizkörper für den Wärmebedarf vorgesehen waren, sind nur zwei installiert worden. Diese reichen völlig aus, um die Anlage bei Frosttemperaturen in einem angenehmen Plusbereich zu halten. Die Beleuchtung, vier Neonlampen, spenden dem Zuchtraum ein angenehmes weiches Licht. Das nicht fehlende Nachtlicht taucht in der Nachtphase die Anlage in eine gedämpfte Atmosphäre.
Hier fehlt es an nichts dachte ich, als mich umschaute. Eine solche Anlage ist in ihrer Größenordnung genau das ideale für einen engagierten Züchter.
Die Vögel
Zunächst wurde mit den besten Vögeln des eigenen
Bestandes gezüchtet und zwar sehr konsequent. Hierbei wurden auch Rückkreuzungen
vorgenommen, wie man sie im Allgemeinen auch macht. Das gute Resultat bestätigte
diese Maßnahme. Durch Zusatzeinkäufe bei verschiedenen Züchtern
wurde der Bestand in seinem qualitativen Niveau weiter aufgewertet. Vögel
von Schindelmeiser, Märtens, Giger-Vögel über Märtens, Frese
und Hapke werteten den Vogelbestand weiter auf. Heute befindet sich das
Qualitätsniveau der Beger-Vögel wieder da, wo sie einst standen.

Karin ist ihrer alten Liebe treu geblieben und züchtet weiterhin Rezessive Schecken, während Winfried sich den gängigen Hauptfarbschlägen zuwendet. Bei meinem Besuch waren die ersten 100 Jungvögel beringt, wobei ein großer Teil bereits flügge war und seine Qualität erkennen ließ.
Die Fütterung besteht aus WS-Mischfutter von Versele Laga, Japanhirse, Kolbenhirse, geschältem Hafer, den sie zusätzlich zu einer Fertigmischung eines Quellfutters für Sittiche der Firma Versele Laga beigeben. Diese Mischung wird für sechs Stunden gewässert und mehrmals gespült, bevor es einem Eifutter zugesetzt wird. Weiterhin kommen zu dieser Mischung Haferflocken, ein vitaminiertes Mineralfutter von Backs sowie eine Kräutermischung von Florian Böck. Zweimal pro Woche wird an die Zuchtpaare mit Jungen ein Gemüse-Mix gefüttert. Zusätzlich wird den Vögeln abwechselnd Petersilie, Möhren und Äpfel in den Volieren gereicht.
Mit der Zucht beginnen die Begers nach der Bundesschau, da ihr Vogelbestand ein gleichzeitiges Züchten und Ausstellen mit den besten Vögeln nicht zulässt. Die Ringausgabe zum ersten November war für sie daher kein Vorteil. Allerdings sind sie der Meinung, dass durch die geplante Rückverlegung der Ringausgabe zum ersten Januar eine Wettbewerbsverzerrung auf internationalen Schauen stattfinden wird, wenn die ausländischen Verbände nicht mitziehen. Der Altersunterschied von zwei, drei Monaten bei Jungvögeln ist so gravierend, dass man bei dem älteren Jungvogel bereits von einem voll ausgewachsenen Vogel sprechen kann, während der jüngere sich noch im Aufbau seiner körperlichen Substanz befindet. Dies schlägt sich bei Jungvogelschauen immer nieder.
Ich bin mir sicher, dass die Beger-Zucht in Kürze
mit ihren Vögeln auf den Schauen auf sich aufmerksam machen wird, besonders
dann, wenn man noch den einen oder anderen Einkreuzungsvogel einfließen
lassen wird.
